Für den Ausbildungsstart müssen Sie meist nicht Ihre ganze Kleidung neu kaufen. Fragen Sie vor dem Einkauf, ob Ihr Betrieb Uniform, Hygiene- oder Schutzkleidung vorschreibt, und ergänzen Sie gezielt, was Ihnen fehlt.
Im Büro oder in Betrieben ohne feste Kleidungsvorgaben genügt zunächst eine kleine Auswahl bequemer, sauberer und kombinierbarer Kleidung. In der Werkstatt und im Labor sowie in Küche und Pflege erfüllt Alltagskleidung die geltenden Anforderungen nicht.
Klären Sie zuerst die Kleidungsvorgaben im Betrieb
Fragen Sie Ihre Ansprechperson im Betrieb, welche Kleidung am ersten Tag passt und ob der Betrieb Kleidung oder Schuhe stellt. Klären Sie auch, ob Sie für bestimmte Tätigkeiten eigene Ausrüstung benötigen. Wenn Sie keine direkte Auskunft bekommen, zeigen Fotos auf der Betriebswebsite, welche Kleidung im Betrieb passt. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt ebenfalls, sich am Betrieb und an der Branche zu orientieren.
Prüfen Sie außerdem, ob es unterschiedliche Vorgaben für den Arbeitsplatz, die Berufsschule und Kundentermine gibt. In einem formellen Büro ist ein etwas klassischerer Auftritt eine sichere erste Wahl. Ein Anzug ist deshalb aber nicht automatisch nötig. Saubere, schlichte Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können, passt in vielen Bereichen für den Anfang.
Prüfen Sie zuerst Ihren Schrank
Legen Sie vorhandene Kleidung bereit, die sauber, bequem und für den Betrieb passend ist. Achten Sie darauf, dass die Teile gut sitzen und sich untereinander kombinieren lassen. Neutrale Farben helfen dabei, verschiedene Oberteile mit denselben Hosen oder Röcken zu tragen.
Probieren Sie die Kombinationen vor dem ersten Arbeitstag an. So merken Sie, ob etwas zwickt, beim Sitzen verrutscht oder ungeeignet für den Arbeitsweg ist. Waschen Sie die ausgewählten Teile rechtzeitig und prüfen Sie, ob Schuhe bequem genug für einen ganzen Tag sind.
Planen Sie eine kleine Kleidungsauswahl
Für einen Ausbildungsplatz im Büro, in der Verwaltung oder im Dienstleistungsbereich ohne Uniform kann diese beispielhafte Startauswahl genügen:
- Zwei passende Hosen oder andere geeignete Unterteile
- Vier Oberteile, die sich mit beiden Unterteilen kombinieren lassen
- Eine Strickjacke, ein Pullover oder eine andere zusätzliche Schicht
- Ein Paar saubere, bequeme Schuhe, das den Vorgaben des Betriebs entspricht
Die Auswahl ist nur ein Beispiel; eine feste Stückzahl gibt es nicht. Wenn Sie häufig waschen, kommen Sie eventuell mit weniger aus. Liegen Waschtage weiter auseinander oder brauchen Sie für bestimmte Aufgaben Wechselkleidung, planen Sie entsprechend mehr ein. Eine passende Jacke und Kleidung für den Arbeitsweg müssen Sie nicht zusätzlich einplanen, wenn Sie schon geeignete Stücke besitzen.
Klären Sie Vorgaben für Berufs- und Schutzkleidung
In praktischen Berufen gelten häufig Hygiene- oder Sicherheitsvorgaben, etwa in der Pflege. Auch in Gastronomie und Handwerk gibt es solche Vorgaben häufig. Fragen Sie vorab, welche Kleidung Sie für den ersten Tag brauchen und was der Betrieb bereitstellt. Kaufen Sie Sicherheitsschuhe oder vorgeschriebene Schutzkleidung erst, wenn Sie die konkreten Anforderungen kennen.
Persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA, schützt vor Gefahren am Arbeitsplatz. Je nach Tätigkeit können dazu Schutzbrillen gehören; auch Sicherheitsschuhe oder bestimmte Handschuhe kommen infrage. Das Arbeitsschutzrecht verpflichtet den Arbeitgeber, die Kosten für Arbeitsschutzmaßnahmen zu tragen. Die PSA muss für den Arbeitsplatz geeignet sein und der Person passen. Gewöhnliche Arbeitskleidung oder eine Uniform ohne besondere Schutzfunktion gilt nicht automatisch als PSA. Klären Sie deshalb beim Betrieb, welche Kleidung gestellt wird und wer die Kosten für gewöhnliche Berufskleidung trägt.
Kaufen Sie fehlende Kleidung gezielt nach
Kaufen Sie erst neue Kleidung, wenn klar ist, was Ihnen wirklich fehlt. Ein festes Budget für alle Auszubildenden gibt es nicht: Die Kosten hängen vom Beruf ab. Auch die Vorgaben des Betriebs und Ihre vorhandene Garderobe spielen eine Rolle. Kleidung aus zweiter Hand und Tauschmöglichkeiten helfen, weniger neu zu kaufen. Kleine Reparaturen tragen ebenfalls dazu bei. Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem, Kleidung länger zu nutzen und nur bei Bedarf nachzukaufen.
Achten Sie beim Kauf darauf, ob sich ein Teil mit dem kombinieren lässt, was Sie schon besitzen. Ein schlichtes Oberteil, das zu mehreren Unterteilen passt, ist für den Start oft nützlicher als ein auffälliges Einzelstück, das nur zu einem Anlass passt.
Ergänzen Sie Ihre Garderobe nach den ersten Tagen
Beobachten Sie, was Beschäftigte in Ihrem Arbeitsbereich tatsächlich tragen und welche Kleidung sich im Alltag bewährt. Vielleicht brauchen Sie für Kundentermine etwas anderes als für den normalen Bürotag. Oder Sie stellen fest, dass der Arbeitsweg bequeme Schuhe wichtiger macht als ein zusätzliches Oberteil.
Kaufen Sie fehlende Teile erst, wenn ein konkreter Bedarf sichtbar wird. So vermeiden Sie Fehlkäufe und können Ihre Garderobe an die tatsächlichen Aufgaben und Vorgaben anpassen.



